Samstag, 15. Februar 2014

Bali

Nun ging es also nach Bali! Bali ist eine kleine Insel Indonesiens, die ein beliebtes Reiseziel der Australier ist. Es ist nah an Australien dran, billig und es herrschen angenehme Temperaturen. Das war mein Wissen bevor ich auf diese Insel geflogen bin. Wir kamen mittags am Flughafen Denpasar an und ich traute meinen Augen kaum. Ich hatte mir immer eine verschlafene, kleine, gemütliche Insel mit vielen schönen Stränden vorgestellt. Die Realität war eine laute, vielbefahrene, dreckige und extrem vollgestopfte Stadt. Ich habe noch nie so einen Verkehr erlebt. Jeder fährt generell so wie er will ob man dann mal gegen den Verkehr oder auf dem Bürgersteig fährt ist auch egal. Komplett geflasht von dem ganzen Trubel machten wir uns auf zu unserem Hotel der „ Puritana Lot“. Es war ein schönes Hotel mit Pool, Zimmerservice usw.
 Blick von unserem Balkon

Bali ist eigentlich bekannt dafür , dass es enorm billig ist aber wir waren  zur Hauptsaison da von daher war es ein bisschen teurer als sonst. Der Estonia Harry war schon 3 Tage vor uns angekommen und hatte für Marius und mich schon einen Roller mitgemietet. Laut ihm war ist es die einzige Möglichkeit in diesem Verkehrschaos voran zukommen. Ein bisschen skeptisch ob des extremen Verkehrs fuhren wir los. Es war zwar nicht ganz ungefährlich aber der Spaß und vor allem das Besichtigen der Stadt  waren es definitiv wert!


Kacka-Kaffee Verköstigung!

Den Monkeyforrest besuchten wir auch.

Wir fuhren den ganzen Tag herum und schnell gewöhnte man sich an den verrückten Fahrstil. Das ein oder andere Nahtoderlebnis war zwar inklusive aber es war ein riesen Spaß!
Wer braucht schon Tankstellen?!

 Leider regnete es anschließend jeden Tag in Kuta und das Neue Jahr wurde im strömenden Regen am Stand gefeiert. Wir waren zwar alle komplett durchnässt aber hatten trotzdem einen lustigen und schönen Rutsch ins neue Jahr. Wie an Weihnachten waren auch an diesem Tag natürlich meine Gedanken bei meiner Familie wie sie jetzt ohne mich feiern. Aber hier am Ende der Welt Neujahr an einem Strand zu verbringen war schon top!
Frohes Neues!

Am 2 Januar entschieden wir uns ein Speedboat zu den Gili Islands zu nehmen. Es hat schon eine schaukelige Bootsfahrt und den halben Tag gekostet bis wir da waren aber dafür haben wir auch den Regen hinter uns gelassen. Wir kamen auf der Hauptinsel an und es war genauso wie ich mir Bali an sich immer vorgestellt habe. Eine kleine Insel mit schönen Stränden , Beachbars und vielen braungebrannten Touristen. 



Noch beim Verlassen des Bootes wurden wir von einem Einheimischen angesprochen ob wir auf der Suche nach einer Unterkunft sind. Es war ein billiges Angebot und wir entschieden uns spontan den Izzy Homestay mal auszuprobieren. Jeder von uns hatte sein eigenes Zimmer und es war in einem akzeptablen Zustand auch wenn die Dusche nur ein aus der Wand ragendes Rohr war und meine Tür sich einfach nicht schließen lassen wollte.
Insgesamt war es ein echt schönes Flair auf dieser Insel. Es gab keine Straßen, Roller oder Autos. Die einzige Möglichkeit sich fortzubewegen war zu Fuß, Pferdekutsche oder mit dem Fahrrad. Da wir in einem Homestay untergebracht waren haben wir auch automatisch recht viel Kontakt mit den Einheimischen gehabt. Es war schon beachtlich wie glücklich und lebensfroh die Leute auf der Insel sind trotz ihrer nicht leichten Lebenssituation. Wenn man in Bali an die 200$ im Monat verdient zählt das schon zu den „Gutverdienern“. Wenn man das mal mit dem Mindestlohn in Australien vergleicht (20$) kann man sich gut vorstellen warum all die Australier Bali lieben. Bali ist für Australier wie Malle für die Deutschen. Sie genießen es sich öffentlich die Kante zu geben und mit Geld um sich zu schmeißen.
Wir ließen es uns gut gehen aßen stets in Restaurants oder an dem extrem vielfältigen Nachtmarkt und gammelten meistens am Strand ab. Leider schlug mir das ganze essen enorm auf den Magen und die eine Nacht verbrachte ich mit unvorstellbaren Magenkrämpfen über der Toilette… Zudem hatte sich noch eine handgroße Spinne in meinem Zimmer eingenistet.

Nicht die schönste Nacht meines Lebens. Am nächsten Tag verflogen die Schmerzen jedoch ganz schnell dank einer wundersamen Medizin und eine umwerfenden Besichtigung der kompletten Insel, die wir auf dem Fahrrad einmal komplett umrundeten.
Medizin

Dieser Tag war auf jeden Fall der schönste den ich auf Bali hatte. Als der eine Teil unser „Bikecrew“ trödelte entschied ich mich spontan ein bisschen auf eigene Faust weiterzufahren.
Bike-Crew!

Auf dem Fahrrad durch eine noch relativ unbesiedelte und unerforschte Insel zu gurcken hatte schon was für sich!

Zwar wird schon eine Hotelanlage nach der anderen errichtet aber man findet trotzdem noch unberührte Natur und traumhafte Strände. An einen dieser Strände kam ich vorbei und ich ließ mich spontan zum Schwimmen hinreißen. Eine Sandbank führte gut 100 Meter ins offene Meer. Ich lief ins offene Meer hinein bis die Strömung mich fast von den Füßen riss. Unter mir lagen eine Vielzahl an farbenfrohen Korallen, Muscheln und Unterwasserpflanzen. In diesem Moment war ich einfach nur überwältigt! Genau für diese Momente reist man doch. Irgendwo am Ende der Welt im Meer stehen und die atemberaubende Natur genießen! Einfach der Wahnsinn!

Traumhafter Strand

Eine Stunde später trudelten die anderen ein und wir ließen den Abend in einem schönen Restaurant am Strand ausklingen.
Am nächsten Tag stand eine Schnorcheltour an. Da ich ja schon das Great Barrier Reef beschnorchelte habe ich nicht all zu viel erwartet. Wir fuhren mit dem Boot hinaus und hielten an mehreren Stationen an. Die Fische und Korallen hat man alle schon im Great Barrier Reef gesehen aber die zahlreichen Schildkröten mit denen man sogar schwimmen konnte waren beeindruckend! Eine Schildkröte tauchte sogar genau neben mir auf. Sie war halb so groß wie ich und verschwand erst wieder in den Tiefen nachdem ich sie mehrmals angefasst hatte. An dieser Stelle ist mir wieder eine Kindheitssünde eingefallen:
Ich hatte als ich ca. 6 Jahre alt war eine kleinere Operation in meinem Ohr. Damals sagte mir meine Mutter, dass ich nach der Operation mir eine Schildkröte oder einen Gameboy Colour aussuchen darf. Meine Schildkrötenfaszination war damals schon ausgeprägt aber der damalige Vincent entschied sich lieber für Schiggy in dem Gameboy anstatt für eine echte Schildkröte. Was wohl anders wäre wenn ich damals die Schildkröte genommen hätte… Sie würde bestimmt in meinem Zimmer sehnsüchtig auf meine Rückkehr warten und wäre schon stolze 14 Jahre alt. Indes trollt der Gameboy in irgendeiner Schublade und funktioniert nicht mal mehr. Ich glaube zumindest, dass ich einer Schildkröte noch ein schönes zu Hause schulde! Vielleicht wenn ich wieder nach Hause komme J
Am selben Tag packte ich noch meine Sachen denn am nächsten Tag sollte ich als erster unserer Gruppe Bali verlassen um in den Westen Australiens nach Perth zu fliegen. An diesem Punkt trennte sich Marius und mein Weg  zum ersten Mal über eine weitere Distanz. Nicht weil wir uns nicht mehr verstehen oder einen Streit hatten. Ich möchte einfach nur ein bisschen alleine reisen und meine eigenen Erfahrungen sammeln. Irgendwann werden wir uns irgendwo in Australien wiedertreffen und das Land weiter zusammen bereisen. Ich verabschiedete mich also von Marius, Britta , Sonja und Harry und fuhr mit dem Bot zurück nach Kuta. Ich verbrachte den ganzen Tag in einem Starbucks Coffee in dem ich den besten Pfeffervince-Schokoladen-Kaffee ever hatte. Mein Flug ging spät am Abend und ich sollte um 4 Uhr morgens in Perth landen.
Das war es zu Bali und nun geht es alleine, ohne Plan nach Perth. Ich hab mich wiedermal nicht informiert was mich erwartet ich weiß nur dass ich in ein paar Tagen meinen alten Freund Florian Steinmeier treffen werde und wir von Perth aus einen Roadtrip ins ungewisse starten. Es bleibt also weiter spannend J
Liebe Grüße und bis bald!

Euer Vincent

Katherine

Die Zeit in Katherine ist wahnsinnig schnell vergangen! Mein 20stes Lebensjahr ist nun angebrochen und ich habe noch vor viel zu sehen und zu erleben. In Katherine fängt gegen Oktober die Rainseason an. In Jahren mit besonders extremen Niederschlägen können die Wassermaßen sogar bis in die Stadt reichen. Das passiert aber nur extrem selten.

Anfang November wurde es immer stürmischer und es regnete regelmäßiger. Das beeinflusste leider unsere Arbeitszeiten auf dem Sandalwood-Field. Wenn es regnet werden die Chemikalien direkt wieder von dem Unkraut gewaschen. Wenn es zu stark windet zerstreuen sich die Chemikalien und wir laufen Gefahr die Sandalwood-Pflanzen zu zerstören. Also mussten wir aufhören sobald ein Unwetter aufzog. Nach einer schlechten Woche im November habe ich mich entschlossen bei meinem alten Job anzufragen. In einem Bottleshop ist man natürlich unabhänig von dem Wetter. Ich konnte sofort wieder anfangen und entschied mich etwas neues(altes) auszuprobieren. Ich hatte zwar gerade mal die Hälfte meiner Farmtage aber ich war mir ziemlich sicher, dass ich mein zweites Visa nicht benötigen würde. In den ersten zwei Wochen arbeitete  ich jeden Tag und am Wochenende sogar 13 Stunden. Erst Bottleshop und anschließend bis in den frühen Morgen hinein hinter der Bar. Ja ihr habt schon richtig gehört ich als Barkeep J 

Schlimmster Teil des BS! Der Drive-Through.


Katherine ist natürlich schon ein spezieller Ort für diesen Job. Es gibt harte Regulierungen wie viel Alkohol man pro Tag kaufen darf und in welchem Zustand. Pro Tag darf jede Person über 18 Jahre nur einen Beutel Goon kaufen. Goon ist dieser minderwertige billig „Wein“ den die Backpacker und Aborigines lieben. Da aber vor allem die Aborigines zu viel trinken darf man nur einen 2 Liter Beutel pro Tag kaufen. Beim Kauf muss der Käufer uns seinen Personalausweiß vor zeigen und wir scannen ihn in ein System ein, welches mit allen Bottleshops im Northern Territory verbunden ist. So können wir sehen ob diese Person bereits Alkohol gekauft hat an diesem Tag. Zudem darf man in Australien keiner Person Alkohol verkaufen die schon etwas Alkoholhaltiges getrunken hat. Unsere Aufgabe ist es also herauszufinden ob der Kunde betrunken ist oder nicht. Dies ist in der Tat manchmal ein schwieriges Unterfangen. Viele von ihnen sind einfach extrem neben der Rolle, nuscheln, zittern und verhalten sich merkwürdig. Von daher müssen wir jeden wieder wegschicken, bei dem wir uns unsicher sind. Wenn wir eine betrunkene Person bedienen und ein Polizist das sieht würde ich meinen Job verlieren und ein Strafgeld von 4000 Dollar zahlen. Zudem würde dann der Bottleshop für eine Woche geschlossen werden und ein Strafgeld von 40.000 Dollar wird fällig. Zusätzlich wird der Laden für eine Woche geschlossen und alle Einnahmen der Woche werden an den Staat gezahlt. Die Regulierungen sind schon nicht ohne.
Marius, Britta, Franzi un Sonja entschieden sich bei dem Farmjob zu bleiben und zogen auf die Farm da man dann flexibler arbeiten kann und höchstwahrscheinlich bessere Stunden bekommt. Das war nun also das erste Mal, dass Marius und ich uns aufteilten. Zwar sahen wir uns noch ab und zu an den Wochenenden aber wir lebten nicht mehr am selben Ort. Allerdings hatten wir und die drei Mädels noch zusammen einen Flug nach Bali gebucht damit wir über Silvester dem nassen Katherine entkommen. Der Urlaub stand also schon fest und nun hieß es nochmal einen Monat arbeiten. Luke, Chiko und ich wohnten nun nicht mehr im Rj`s sondern in dem Stuart Motel. Es war nicht besser als das Rj`s aber wir erhofften uns ein paar neue Leute kennenzulernen. Zudem waren unsere Tage im Rj`s auch schon gezählt, da es auch kein sonderlich guter Ort für Backpacker ist J
Luke und ich hatten die meiste Zeit ein eigenes Zimmer und Chiko war nebenan mit Luka (Italiener) und Chiko „2“ (Franzose).
Chiko , Luka , Jake , (vorne Chiko 2)

 Da ich nun mit keinen Deutschen mehr zusammenlebte war ich gezwungen Englisch zu reden. Zwar war ich vorher auch immer bemüht so selten wie möglich Deutsch zu reden aber nun gab es nicht mehr die Möglichkeit. In dieser Zeit hat mein Englisch sich auch enorm verbessert und man passt sich natürlich dem Slang der Stadt an. Da in der Rainseason kaum noch Backpacker in der Stadt waren wurde es immer ruhiger. Der Job in einem BS ist zwar nicht wirklich anstrengend, aber kann durch aus sehr auf deine Stimmung schlagen…  Jeden Tag gerät man in mehrere Streitigkeiten mit den Abos. Viele von ihnen sind betrunken und versuchen trotzdem Alkohol zu kaufen. Wenn wir sie dann wegschicken hört man eine Vielzahl von Beleidigungen und Gewaltandrohungen. Für sie ist Gewalt in erster Linie die einzige Möglichkeit der Konfliktlösung. Aus diesem Grund haben wir überall Kameras und ständig anwesende Securitys. Es ist schon das ein oder andere Mal soweit gekommen, dass Securitys oder Polizisten uns aushelfen mussten wenn ein Kunde zu weit ging. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl wenn vor deinen Augen ein Mensch von der Polizei niedergerungen, festgenommen und abgeführt wird nur weil er sich darüber aufregt , dass du ihm den Alkohol verweigert hast.
Zorniger Kunde wurde abtransportiert.

 Aber genau diese Situationen erlebte man jeden Tag im BS. Bevor man in einem BS arbeiten darf muss man die sogenannte „ Liquer Liscence“ abschließen. Das ist einfach nur ein Online-Test der dir zeigt wie man mit Betrunkenen Menschen umgehen soll. In der kompletten Zeit die ich dort arbeitete habe ich es nie geschafft diesen Test abzuschließen da immer irgendetwas dazwischen kam. Dies hatte auch fast ersthafte Auswirkungen als wir eines Abends Besuch von der Polizei bekamen. Ich stand nichts ahnend hinter der Bar als auf einmal mein Chef mich wegscheuchte und mir sagte ich soll mich in dem Kühlraum verstecken. Da stand ich also nun und frierte mir den Arsch in dem extrem kalten Raum ab. Kurze Zeit später durfte ich wieder raus musste aber meinen Job mit einem der Securitys tauschen. Der Security stand nun planlos hinter der Bar und ich planlos neben dem Eingang. Nach einer Stunde war dann auch wieder alles in Ordnung und wir tauschten wieder unsere Rollen. So macht man das nun mal in Katherine. Nun aber nochmal zurück zu den Abos: Man soll zwar immer ruhig und höfflich bleiben aber das fällt einem manchmal extrem schwer wenn sie probieren dich zu verarschen oder dich aufs übelste beleidigen. Von daher hat man auch ab und Momente in denen man ihnen gegenüber laut oder aggressiv wird. Es gab immer wieder Tage an denen man einfach nur genervt ins Motel kommt sich schlafen legt und genau weiß, dass der ganze Wahnsinn am nächsten Tag weiter geht und an dem darauf auch und am Wochenende dann sogar in 14 Stunden-Schichten. Naja das Geld hat gestimmt und es gab mir was zu tun in der doch recht tristen Regenzeit. Einerseits habe ich Mitleid mit den Abos, da man sieht wie sie ihr Leben und das ihrer Kinder zerstören. Aber genauso ist man mit der Zeit derartig genervt von ihrem Verhalten. Vor allem der „Big Boss“ des Bottleshops und der ein oder andere Manager behandeln die Abos wie den letzten Dreck. Für sie sind diese nur eine sichere und unersättliche Geldquelle. Eines Tages kam eine schwangere Aborigine Frau in den Laden und wollte Alkohol kaufen. Ich habe sie natürlich abgewiesen auch wenn sie nüchtern war. Dies wiederholte sich ein paar Mal und das eine Mal regte ich mich mit Luke darüber auf, dass sie nicht an ihr Kind denken sondern nur an den Alkohol. Unser Boss bekam das mit und zeigte uns unseren Vertrag, den wir unterschrieben haben. Darauf stand, dass wir auch Schwangere Personen bedienen müssen! Wenn wir das nicht tun und er es sehen würde kann er uns deswegen feuern. Das war für mich eine echt erschreckende Einsicht wie egal es den meisten ist was aus den Abos wird. Wenn die Mutter schon in der Schwangerschaft permanent trinkt und das Kind in diesem Umfeld aufwächst dann ist es ja kein Wunder, dass sie nie wirklich Fuß fassen und sich ein Leben aufbauen. Es ist quasi wie ein Teufelskreis. Ich habe schon einige Erfahrungen gesammelt in Katherine und es war auch alles in allem eine tolle Zeit dort. Zwar zählte ich schon die Tage bis zu meiner Abreise aber es war trotzdem ein merkwürdiges Gefühl die Stadt nach vier Monaten Richtung Darwin zu verlassen.
Letzter Arbeitstag. Ein Wink mit dem Scheunentor?!


Kurz vor Weihnachten machten Marius, Harry (aus Estland) Richtung Darwin auf. Unser Flug nach Bali sollte am 27.12 gehen aber wir wollten noch ein bisschen Zeit haben um den Van zu verkaufen , da schon fest stand, dass ich nach Bali erst mal alleine weiter reise. In Darwin angekommen regnete es die ganze Zeit und zudem hatte ich mir leider meinen Magen verdorben und lag nur im Bett… Das galt auch für den Heiligenabend an den ich mir vor allem in dieser Situation nichts anderes gewünscht hätte als zu Hause zu sein. Krank sein ist ja sowieso nichts Schönes aber wenn man sich dann noch im Ausland befindet ist es nochmal schlimmer. Den Van konnten wir leider nicht verkaufen und von daher vertrauten wir ihn Kas, einem Australier den wir im Hostel kennengelernt hatten, an. Er wollte ihn für uns verkaufen und uns anschließend das Geld überweisen. An sich war das natürlich sehr leichtsinnig, da wir ihn erst seit kurzem kannten und er genauso gut mit dem Geld/Van abhauen kann. Eine andere Möglichkeit gab es allerdings nicht da ich nicht mehr nach Darwin zurückkehren werde. An diesem Punkt muss ich auch ehrlich sagen habe ich mich bereits damit abgefunden, dass ich die Gutruhn oder das Geld für sie vermutlich nie zu sehen bekomme.
Das wohl letzte Bild von Gutruhn! 

 Nach also einer nicht so berauschenden Zeit in Darwin ging es dann am 27 Dezember endlich Richtung Bali!

P.S.
Während meiner kompletten Arbeitszeit im BS lag das im Kühlraum

Heyho ,
Nach langer Abstinenz melde ich mich mit einem Blogeintrag wieder zurück. Der jetzige Eintrag und die folgenden werden nur von mir (Vincent) kommen. Der Grund warum wir das Blogschreiben in Katherine aufgegeben hatten ist einfach nur weil wir nicht wirklich das Gefühl hatten, dass es viel zu berichten gab. Jedoch habe ich jetzt gemerkt, dass ich vor allem die Erinnerungen für mich haben möchte. Man vergisst alleine schon Kleinigkeiten, die man vor ein paar Tagen erst erlebt hat. So ein Reiseblog ist halt perfekt wenn ich in ein oder zwei Jahren mir ihn durchlese werden ich bestimmt wieder all die Erinnerungen durchleben, die ich damit verbinde. Zudem habe ich festgestellt, dass es besser ist einen Blog alleine zuschreiben da man dann auf jeden Fall nur seine subjektive Meinung einbringt. Wenn man zu zweit schreibt geht man immer kleine Kompromisse ein und das verfälscht  dann ein wenig die Erinnerung. Es wird auf jeden Fall nicht ganz einfach die letzten 5 Monate zu rekonstruieren aber ich versuche mein Bestes.

Katherine:
Im letzten Eintrag, der echt verdammt lange zurück liegt, haben wir darüber berichtet, dass wir uns vorstellen könnten hier in Katherine ein bisschen Zeit zu verbringen und auch zum ersten Mal in das Arbeitsleben eintauchen wollen. Aus dem „bisschen Zeit“ wurde ein 4 monatiger Aufenthalt in Katherine. Wenn man mal überlegt, dass das 1/3 unseres Visums beträgt ist es echt eine lange Zeit. Wir sind also mehr oder weniger freiwillig in Katherine gelandet und hatten keine Ahnung was uns erwartet. Wir haben in dem Backpackers Cocos direkt Britta, Franzi und Sonja kennengelernt (allesamt aus Deutschland) , Luke (Engländer) und Chiko (Australier). Nach ungefähr einer Woche wurden wir unglücklicher Weise aus dem Hostel geschmissen. Der Grund war total lächerlich, da wir eigentlich nur einen lustigen Abend hatten, den wir sogar um 10 Uhr abends beendeten. Da der Hostel-Besitzer Coco (ein sehr entspannter Mensch) sich im Urlaub befand war ein Freund von ihm für das Hostel verantwortlich. Er war leider nicht so entspannt und entschied kurze Hand, dass die Nachtruhe schon um 6 beginnt und setzte uns allesamt am nächsten Morgen vor die Tür. Na toll … Wir durften uns nun also eine neue Unterkunft suchen, was mit 7 Leuten gar nicht mal so einfach ist. Das andere Backpackers war generell komplett ausgebucht und anscheinend ist auch irgendwie durch Katherine rum gegangen , dass wir aus Cocos rausgeschmissen wurden. Nach 6 stündiger Suche bei gemütlichen 45 Grad haben wir zum Glück Lesley gefunden , welcher Zimmer in seinem Haus zu günstigen Preisen vermietet, ein sogenanntes Sharehouse. Die Vorstellung wieder in ein richtiges Haus einzuziehen hat uns allen sehr gefallen und voller Elan haben wir uns also aufgemacht zu Lesleys Haus. Die Euphorie verpuffte jedoch in Sekunden. Das Haus war unbeschreiblich! Wenn man zur Primetime in Deutschland auf Rtl 2 schaltet sieht man manchmal solche ominösen Shows bei denen „Messi Häuser“ entmistet werden. Dieses Haus hätte auf jeden Fall eine zweigeteilte Sonderepisode bekommen. Die Haustür konnte man nicht richtig öffnen, da das „Wohnzimmer“  zu einer Mülldeponie umfunktioniert wurde. Überall lagen Haufen von Müll und man konnte sich nur schwer einen Weg zur Küche bahnen. Diesen Weg hätte man sich auch glatt sparen können da das einfach mal die unappetitlichste Küche überhaupt war. Überall lagen tote Kakerlaken und im Kühlschrank konnte man einer Pilzkolonie beim Wachstum zuschauen.


Unser gemütliches Schlafzimmer


 Es hat uns mit 7 Mann zwei komplette Tage gekostet das Wohnzimmer und die Küche aufzuräumen. Als ob das nicht schon genug war hatte der gute Lesley noch ein paar andere Überraschungen auf Lager: Man durfte kein Alkohol in seinem Haus trinke , keine Schimpfwörter benutzen , was vor allem für Chiko eine wahre Herausforderung war. Zudem musste die Tür zum Zimmer der Mädchen stets offen sein falls er kurzfristig an seinen dort lokalisierten Waffenschrank musste. Es war einfach echt merkwürdig dort zu wohnen von daher entschieden wir uns so bald wie möglich auszuziehen. Wir gingen also wieder nach Katherine, was von seinem Haus 3 Kilometer entfernt war und fanden zum Glück RJ`s Motel.


Vor dem Van ist unser Zimmer


 Wir 4 Jungen waren in einem Raum und die Mädchen hatten ihren eigenen Neben uns. Der einzige Nachteil war, dass wir keine Küche hatten. McDonalds und Woolworth um die Ecke – passt! Als wir Lesley schonend beibrachten, dass wir nach nur 3 Tagen wieder ausziehen verfolgte er uns sogar noch bis zum RJ`s Motel. Es war wohl die richtige Entscheidung von dort wegzuziehen!
Bevor wir jedoch gegangen sind hatte uns Lesley netter Weise noch die Telefonnummer einer Farm organisiert. Die Kings Produce Farm suchte anscheinend noch Helfer für die Kürbisernte. Ein paar Anrufe später hatten wir sogar unseren ersten Job in der Tasche. Die Kürbisernte gilt als eine der  härtesten Erntejobs Australiens und hat in den Belangen auch nicht enttäuscht. Es war die härteste körperliche Arbeit die ich je in meinem Leben gemacht habe! Bei 45 Grad in der prallen Sonne sich in den Staub bücken, einen Eimer mit Kürbissen zu füllen und ihn anschließend über deinen Kopf hinweg in den Traktor zu entleeren ist echt kein Vergnügen. Die liebesvolle Fürsorge des Farmersjungen, der nur in seinem airconditioned truck saß und ab und zu rauskam um uns zu kritisieren machte die Arbeit auch nicht einfacher. Die Bedingungen waren so hart, sodass wir es nie geschafft haben einen Arbeitstag mit der vollen Crew zu beenden. Jeden Tag musste einer unserer Crew vom Feld abgeholt werden da er kurz vor dem Zusammenbruch war.
Sieht harmloser und friedlich aus. Die Ernte ist aber echte Knochenarbeit!

 Nach 5 Tagen war es dann auch zum Glück vorbei und bei 19,96 Dollar pro Stunde kam dann doch noch einiges bei rum. Jetzt hieß es wieder auf Jobsuche zu gehen und sich Katherine mal näher anzugucken.
Katherine an sich ist schon eine interessante Stadt. Sie ist immerhin die dritt größte Stadt des Northern Territorys und beherbergt fast 6 Tausend Einwohner. Im nahen Umfeld der Stadt befinden sich einige Aborigine Siedlungen. Die Zustände, in denen die Aborigines in Katherine hausen sind extrem traurig und abschreckend! Da die Aborigines vor nicht einmal 100 Jahren erst in die moderne Gesellschaft „integriert“ wurden, hatten sie kaum Zeit sich anzupassen. Wenn man überlegt ,dass sie vor 100 Jahren noch im Busch lebten und keinen blassen Schimmer hatten was um sie herum geschieht und ihnen dann von heute auf morgen ein vollkommen anderes Leben gezeigt wird –Natürlich gibt es da Probleme. Zudem haben sie größtenteils nicht freiwillig ihr Land verlassen. Viele Siedlungen wurden umgesiedelt oder zerstört, da man an den Bodenschätzen des Landes interessiert war. Die meisten von ihnen schaffen es einfach nicht sich ein richtiges Leben aufzubauen, da sie ihr Geld für Alkohol und Spielautomaten ausgeben. In Katherine betrinken sie sich Tag für Tag und leben wie Obdachlose. Jeden Donnerstag bekommen sie Geld vom Staat überwiesen und wenn mal wieder eine große Fläche Land verkauft wird bekommen sie einen Aufschub. Bevor ich nach Katherine kam war mir diese Situation nicht bewusst und ich hätte auch nicht erwartet, dass es in Australien so zugeht.
Wir selber haben meistens was in unserer Gruppe unternommen und nach und nach haben wir alle einen Job in Katherine gefunden. Marius und ich wurden dann auch zum Glück fündig: Er bekam einen Job bei Betta Electrica und ich arbeitete in dem Bottleshop der zur Bar Kirbys gehört. Wir arbeiteten gerade mal eine Woche dort und schon bekamen wir ein Jobangebot auf einer Sandalwood Farm. Unsere Aufgabe war es das Unkraut rund um die „guten Pflanzen“ zu sprühen.

In der Ferne sieht man die Traktoren mit den Sprayguns

 Der verdienst war extrem gut und die Arbeit auch nicht zu schwer. Wir arbeiteten tagsüber für 24 Dollar die Stunde und für 28 Dollar die Stunde in der Nacht. Bei Überstunden gabs dann sogar 36 Dollar J Ein weiterer Vorteil war, dass wir unsere Farmtage bekommen haben. Wenn man hier in Australien ein zweites Jahr bleiben möchte muss man mindestens 3 Monate Farmarbeit nachweisen. Unser Alltag sah eigentlich immer gleich aus. Von Montag bis Freitag arbeiteten wir von 16 Uhr bis 12/1 Uhr morgens und das Wochenende hatten wir frei. Es ging eigentlich jeden Samstag ins Kirbys und Sonntag war chillen angesagt. Am 29 Oktober feierte ich sogar meinen Geburtstag  auf dem Sandalwoodfeld. Ein Traum wurde war! :D

Beim nächsten Mal berichte ich weiterhin von meiner Zeit in Katherine und unseren Plänen nach Bali zu fliegen. Bis dann

Euer Vincent

P.S Ein paar weitere Eindrücke vom Sandalwoodfeld:



Donnerstag, 12. September 2013

Pursuit of Freedom

Hey Leute was geht? Inzwischen sitzen wir in einem Kaff names Elliot 400km vor Catherine und lassen uns von der extrem heißen Sonne brutzeln, doch dazu später.
Da unser letzter Eintrag mit den Erlebnissen in der Mossman Gorge endete, wollen wir auch direkt dort anschließen…
Also, nachdem wir uns von Mareike und Eugen verabschiedet hatten ging es in Richtung Everton Tablelands. Um an besagtes Ziel zu kommen mussten wir noch einige Kilometer zurücklegen. Hier zeigte sich mal wieder wie schnell sich die Landschaft in Australien verändern kann, denn von den tropischen Gebieten des Daintree Rainforest zu den Alpenvorlandähnlichen Tablelands mussten wir erst mal ein Sumpfgebiet durchqueren.
Bischen sumpfig^^

 Da wir es relativ eilig hatten, machten wir uns nicht wirklich die Mühe eine Unterkunft für die Nacht zu suchen und beschlossen, das erste Mal wild zu campen. Letztendlich ließen wir uns an einem feinen Lookout nieder und trafen dort auf eine, sagen wir mal, interessante Frau mit ihren zwei Kindern. Der Begriff „Hippie“ wäre durchaus nicht intensiv genug, um diese Frau zu beschreiben, da sie mehr Hippie als normale Hippies war. Seit mehreren Jahren lebt sie mit ihren zwei Kindern (von denen der kleine Junge z.b. unsere Füße geküsst hat?!) in einem Van und reist von Ort zu Ort, um die besonders spirituellen Plätze zu finden und sich dort in der freien Natur unterzulassen. Wir könnten jetzt noch viel tiefer in die Beschreibung gehen, aber schließlich haben wir noch einiges zu erzählen und der Post soll ja nicht ewig lang werden. Kurz gesagt: Die Frau war zwar sehr nett und aufgeschlossen, aber eventuell etwas eigenartig. Später wurden wir auch noch von einer Gruppe Aboriginies ziemlich aufgeschreckt und haben dann beschlossen einfach um 9 Uhr schlafen zu gehen, um diesen verrückten Abend hinter uns zu bringen.
Blöderweise mussten wir an dem Abend feststellen, dass wir unsere Schuhe in Mossman vergessen hatten (damn‘it!).Glücklicherweise kamen aber Mareike und Eugen wieder an den selben Campingplatz zurück und nahmen spontan unsere Schuhe mit. So vereinbarten wir uns in ein paar Tagen wieder in Cairns zu treffen, bevor wir endlich nach Westen reisen konnten.
Am nächsten Morgen ging es dann gleich weiter in die Granit Gorge, die uns im Übrigen von Moritz und Dustin empfohlen wurde (nochmal ein kleines Dankeschön an dieser Stelle). Dort konnte man viele kleine, knuffige Rockwallabies füttern, doch anstatt euch jetzt mit sprödem Text zu langweilen, lassen wir lieber Bilder sprechen:



Von der Granit Gorge ging es dann ab in die Tablelands, hierzu auch wieder ein paar visuelle Eindrücke:

Man fühlte sich wie in den Alpen!

Coolerweise gibt es dort den sogenannten Waterfall Curcuit, in dem es 3 sehr eindrucksvolle Wasserfälle zu sehen gibt. Uns persönlich haben die Milla Milla Falls am besten gefallen, aber überzeugt euch einfach selbst: (wir laden aus technischen Gründen, sprich ultralahmes Internet nicht alle Bilder der Wasserfälle hoch, sondern nur eine kleine Auswahl)

Milla Milla Falls



Wieder zurück aus den hochgelegenen Tablelands, fanden wir am späten Nachmittag eine wunderbare Stelle um erneut wild zu Campen. Versteckt als Picknick – Area befand sich ein Tal in dem sich ein Fluss zu einem kleinen See staute, in dem man Schwimmen und auch angeln kann, also ein Paradies vor allem für Vinc den alten Angler. ;-)
Idealer Wildcamp/Angelplatz

Hmmm Fisch zum Frühstück :)

Dort trafen wir auf ein paar Einheimische die uns sehr hilfreiche Tipps zum Angeln gaben und einer  sogar unsere Nummer speicherte, um bescheid zu sagen, wenn er gute Arbeit für uns findet! Da wir uns so gut verstanden verabredeten wir uns zum feiern am Samstag in Cairns. Übrigens: der einzige Nachteil war, dass es nicht wenige giftige Schlangen in dem Bereich gab, von denen eine ganz easy knapp einen Meter vor uns dahinschlängelte.

Den Tag darauf erreichten wir schon wieder Cairns und da wir erst Donnerstag hatten und sowieso bis Montag auf unsere Schuhe warten mussten, beschlossen wir spontan mit Flo zusammen uns ein paar nette Wasserfälle weiter südlich an der Ostküste anzuschauen und auch dort wieder irgendwo zu übernachten. Gesagt getan und so hatten wir noch eine Menge Spaß an den Josephine Falls und an einem geheimen Spot (nur locals kennen ihn :-O), doch durch unsere mega Connections in Form von Jutta und Johannes von JJ´s [der deutsche Mechaniker aus Cairns, für die, die es vergessen haben] ), wo man ca. 10 Meter an den Wasserfällen runterspringen kann -> geile Sache!
Natürliche Rutsche (Vinc)

Flo

Nochmal Vinc

Marius

Man achte auf Flos enthusiastischen Gesichtsausdruck ;)

Meister der Tarnung im Laub




10 Meter, auf jeden Fall geil! :P


Am nächsten Tag auf dem Rückweg nach Cairns wurden wir dann von selbigen Jutta und Johannes zu ihnen nach Hause eingeladen, wo wir uns mit lecker und vorallem kalter Limonade erfrischen konnten. Zu unserer Party-Verabredung am Samstagabend mit den 3 locals konnten wir leider nicht, dafür hatten wir aber einen witzigen Abend mit unseren alten Freunden aus dem Hostel.
Schließlich wurde es Montag und wir bekamen unsere Schuhe wieder( Hier ist ein kleines Dankeschön an Mareike und Eugen angebracht) und machten uns auch schnurstracks auf Richtung Westen.
Spielzeugvan :D

Ein weiterer unglaublich schöner Wasserfall

Das nächst erwähnenswerte auf unserer Route nach Darwin, war Mount Surprise. Dort konnte man für einen relativ günstigen Preis Edelsteinsammlerequipment ausleihen , um dann 40km durch die Walachei zu fahren und auf Edelsteinjagt zu gehen. Unsere Erfolgsquote lag eher auf dem Niveau „mittel bis schlecht“, trotzdem hat es echt Spaß gemacht bei ca. 40 Grad im Staub/Sand nach Edelsteinen zu buddeln (kaum zu glauben).


So sehen Schatzsucher aus!

Leider keine sehenswerten Steine aber dafür jede Menge Knochen

Glücklicherweise bekamen wir von den hiesigen Campingplatzbesitzern noch einige Prachtexemplare geschenkt, da diese überaus glücklich waren, dass wir unsere Nacht auf dem Campingplatz bezahlt hatten (machen wohl nicht allzu viele Leute dort..)

Nächster Halt auf der Strecke war dann Normanton bzw. Karumba:
Hat leider nicht ganz so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten..


Karumba ist eine Küstenstadt, die vorallem für Fischfang bekannt ist. Wirklich schönes Fleckchen mit herrlichem Strand. Leider kann man dort nicht baden gehen, wegen der ansässigen „Salties“ (Salzwasserkrokodile). Mal wieder durch einen Zufall trafen wir dort auf einen sehr netten alten Herr, der sich als gebürtiger Deutscher Kriegsveteran herausstellte und nach dem Krieg seinen Frieden im fernen Australien suchte. Inzwischen hat er dort 19 Enkelkinder und führt ein ruhiges Leben in seinem Haus am Strand und dem dazugehörigen Speedboot.
Mal wieder Zeit für ein Panoramabild 

Karumbas Strand


Nach diesem Tag hieß es mal wieder wildcampen an dem „Walker Creek“, welcher offiziell als Rest Area gilt und auch sogar Toiletten haben sollte. Nach dieser Nacht mussten wir unsere Definition von Toiletten etwas umändern, schließlich dachten wir nicht , dass man eine Wellblechhütte mit rundem Betonzylinder in der Mitte als Toilette bezeichnen kann. Naja die Nacht war trotzdem sehr cool, vor allem weil wir unserer erstes Abendliches Feuer zündeten!
Unser erstes Feuer! Wuhu!

Am nächsten Tag stand wieder ein etwas längerer Roadtrip an , da wir uns das Ziel setzten bis zur Mienenstadt Mount Isa zu kommen. Vorweg muss man sagen , dass hier in Australien ist in jeder noch so kleinen Stadt ein Touristenoffice platziert ist , in dem man Auskunft zu den hiesigen Attraktionen, Unterkünften usw. bekommt. Also führen wir als erstes dorthin und buchten auch direkt eine Führung durch eine alte Mine. Das ehrenamtliche Personal war sehr hilfsbereit und bot uns sogar an, dass sie uns anrufen falls sich nicht genug Leute für eine Führung melden (es mussten mind.6 Leute sein). Zum Glück ging aber alles gut und unsere Führung fand wie geplant statt. Leider war es untersagt in der Mine Fotos zu machen und deswegen haben wir nur das Bild von uns bevor wir in die Mine gingen.


Die Führung an sich war extrem spannend und beeindruckend, da man sehen konnte wie sich das Leben für die Minenarbeiter so abspielt. Es ist kein Wunder , dass die Bezahlung für die Untertagearbeiter so hoch ist(nicht unüblich ist 200.000 Dollar im Jahr) , da die Arbeitsbedingungen sehr hart und zu dem auch extrem gefährlich sind (schlimme Krankheiten , abgetrennte Körperteile und sogar Todesfälle waren zwar selten aber nicht ausgeschlossen). Unser Guide, der schon 1960 in einer Mine tätig war, die gute alte Schule also , konnte uns daher einen sehr reellen Einblick ermöglichen. Wir erlebten wie sich eine unterirdische Sprengung anfühlt, das Gefühl, wenn der Strom ausgeht usw. und durften sogar selber einen Pressluftbohrer bedienen! Die Miene wurde zwar nur für den Tourismus erbaut, da wegen dem Verletzungsrisiko keine Führungen in echten Minen durchgeführt werden, aber trotzdem bekam man einen guten Eindruck.
Nach diesem aufregenden Erlebnis relaxten wir noch ein bisschen an einem schönen Staudamm und machten uns anschließend auf den Weg zu einem „laut dem Flyer“ recht günstigen Campingplatz.
Hübscher See in der Nähe des Campingplatzes

Jedoch stellte sich bei unserer Ankunft heraus, dass eine Nacht 30 Dollar kosten sollte und zudem war unser Parkplatz direkt neben der Campingküche in der gerade ein BBQ stattfand. Wie es jedoch so oft in Australien ist folgt auf eine schlechte Nachricht direkt eine gute: wir wurden sofort zu Steak und eiskalten Bier eingeladen und verbrachten so den Abend mit einer netten Gruppe von Leuten, die alle in Mount Isa arbeiten( alle im Alter von 25-45). Als sich der BBQ nach und nach auflöste hatten wir noch eine merkwürdige Unterhaltung bzw. bekamen eine Predigt von einem polnischen Arbeiter, der uns über das Partyleben in Thailand und leider auch über sein Sexleben aufklärte…(musste nicht sein!).
Nach diesem doch recht unterhaltsamen Abend ging es am nächsten Morgen direkt weiter mit unserem Roadtrip. Bevor wir jedoch die Reise antreten konnten, erhielten wir jedoch eine weitere Predigt. Diese Predigt sollte jedoch im kompletten Gegensatz zu der vorherigen sein, denn diesmal war der Prediger (42 Jahre, Maler) davon überzeugt, dass Gott bzw. Jesus bald kommen wird um uns alle zu richten und wir deswegen lieber dafür sorgen, dass wir unser Leben den christlichen Werten anpassen sollen, damit wir nicht in der „ewige Verdammnis“ enden…
Die stundenlangen Autofahrten durch, dass Outback laufen eigentlich immer gleich ab. Man fährt von einer überteuerten Tankstelle zur anderen und versucht auf dem Weg nicht die unzähligen Kuh- , Kangaroo- und Wallabiekadaver zu überfahren , die die Roadtrains so anhäufen. Es ist echt gefährlich hier Auto zu fahren, da einem immer wieder die eben genannten Tiere direkt vors Auto springen! Wir mussten schon das ein oder andere Mal mitten auf dem Highway anhalten oder ausweichen um nicht in ein Tier reinzufahren. Leider haben wir aber auch schon ein paar Tiere auf dem Gewissen, da zwei extrem große Falken genau gegen unsere Windschutzscheibe geflogen sind… Aber so ist es nun mal in dem wilden Australien.
Wir sind inzwischen in Catherine und haben wieder Probleme mit dem Auto und stecken deswegen erst mal für ein paar Tage hier fest. Eventuell suchen wir uns hier einen Job, da es sich in Catherine durchaus leben lässt und hier einige schöne Flecken sind, die man in kurzer Zeit erreichen kann. Das war es wieder soweit von unserer Seite; ihr hört von uns ;) 
Macht’s gut und bis zum nächsten mal! Viele Grüße Vinc und Laua ;)

P.s Wir haben uns der Backpackertradition mal angeschlossen und  unser Auto ebenfalls auf einen Namen getauft. Die Wahl fiel auf den Namen Guthrun. Unserer Ansicht nach passt er zu unserem Blümchenvan und passt zu dem Wortspiel: Man kann Gut da drin ruhn ;) Nicht das beste aber wir fanden es lustig.