Mittwoch, 19. März 2014

Der Traum vom eigenen Boot!

Ahoi ihr Landratten,

ich grüße euch aus dem Örtchen Takaka im Norden Neuseelands. Die letzte Woche verbrachte ich nahe zu ausschließlich auf dem Boot von Tom. Tom kommt ursprünglich aus England und wohnt mitlerweile hier in Neuseeland. Man kann ihn auf jeden Fall als Hippie bezeichnen. Er lebt einen alternativen Lifestyle und  besitzt ein unfassbar gemütliches Haus-Boot namens "Four Winds". Die Möglichkeit mal auf einem Boot zu wohnen wollten wir uns nicht entgehen lassen! Ob Seekrank oder nicht! Auf einem Boot zu leben kann nur cool sein! Wir besuchten Tom in Motueka, wo er im Moment Äpfel pflückt, und verbrachten den Abend mit ihm und seinen Mitbewohnern in seiner Wohnung. Am nächsten Tag ging es dann endlich aufs Boot. Die Straße schlängelte sich in Form von Serpetinen über den Berg. Mal wieder eine unglaublich schöne Szenerie mit eindrucksvollen Aussichten. Tom suchte sich Takaka als Wahlwohnort aus da sie die Stadt mit der größten Hippiedichte Neuseelands ist. In der Hauptstraße reiht sich ein Hippieladen an den anderen - eine echt coole Atmosphäre. Die "Four Winds" liegt in einer Marina momentan zu Anker.
Präsentierte sich an unserer Ankunft

Mit einem kleinen, nach Fisch stinkenden, Beiboot erreicht man das Boot.

Flo, Matt, Tom und ich auf dem Beiboot

Thomas, Simone und Matt hatten sich bereits seit ein paar Tagen auf dem Boot eingenistet. Mit sechs Leuten auf dem Boot wurde es auch ganz schön eng. Es ist urig eingerichtet und bis auf einer Kajüte mit der kleinsten Küche der Welt, dem Deck gibt es auch nicht sonderlich viel Platz. Relativ bald machten wir uns auf den Weg in die Stadt um ein paar Einkäufe zu erledigen. Der Plan für den Abend stand auch schon fest da eine Party in der Nähe Takakas stattfindet. Am letzten Abend war auch schon irgendeine Vollmond-Party - wir wollten uns die Kräfte jedoch für diese sparen. Es sollte sich auch lohnen. Gegen 9 machten wir uns mit zwei Autos, Zelten und Bier bewaffnet auf den Weg. In einem Waldstück waren ein paar Zelte und Bühnen aufgebaut. Ein großes Feuer loderte in der Mitte des Platzes. Generell jede Altergruppe war vertreten: Von Kindern bis zu Weihnachtsmann-artig aussehenden Hippie-Opas.
Gestatten: Der Weihnachtsmann

Wir machten uns es vor der Hauptbühne gemütlich und ließen die Live-Musik auf uns wirken.

Der Abend plätscherte so vor sich hin und als wir von den Live-Bands und DJ`s genug hatten verzogen wir uns in das Chai Tee Zelt. Ich weiß bis heute noch nicht viel Chai Tee ich an diesem Abend getrunken habe... bestimmt 5 Liter! Die Krennsche Blase lässt grüßen! Die Chai-Tee-Kräuter benebelten uns die Sinne und wir ließen den Abend am warem Feuer ausklingen. Eine Frau mitleren alters tanzte, auf was auch immer?, wild ums Feuer herum- ansonsten war es recht still geworden. Gegen 5 gingen wir zurück zu den Autos und Zelten . Endlich schlafen! Den nächsten Tag verbrachten wir komplett auf dem Boot und genoßen das herrliche Wetter. Sonne-kaltes Bier-angeln und das auf einem angenehm schaukelnden Boot. Das Leben kann doch so schön sein! Während wir unten in der Kajüte Karten spielten ließen Matt und ich unsere Handleihnen ausgeworfen mit der Hoffnung auf einen großen Fisch in den Abendstunden. Als ich auf Klo ging checkte ich meine Leine. Da ist auf jeden Fall was dran! Mit nur wenig Widerstand zog ich den müden Fisch nach oben. Flo kam mit einer Lampe zu mir. Ist das ein Hai? Öhmmm ja?! Und tatsächlich hatte ich einen kleinen Hai am Haken. Flo hielt das Tuch, Thomas übernahm die Lichtführung, Simone stand mit der Kamera bereit und ich hatte mich mit der Zange bewaffnet. Selbst für einen so alten und durch aus erfahrenen Angler wie mich war das was neues!

Sein großes Maul hatte doch recht beachtliche Beißer. Mit leicht erhöhten Puls entfernte ich den Haken und wir warfen das arme und restlos erschöpfte Ding zurück ins Meer.
Thomas kocht, Simone und ich bereiten die Kräuter vor

Am nächsten Tag verließ Matt als erstes das Boot. Wir waren nun nur noch zu viert, da Tom wieder arbeiten musste. Dieser Tag lief ähnlich ab wie der letzte. Bis auf einen Kurztrip in die Library, den Supermarkt und die öffentliche Dusche verbrachten wir den Tage auf dem Boot. Als wir es uns mit einem Bierchen auf dem Deck gut gehen ließen sagte Flo: "Ey! Warum angeln wir eigentlich nicht?" Stimmt - Warum den nicht? Ich warf aus und nach 15 Minuten verzog ich mich auf die Hängematte für einen Mittagsschlaf. Kurze Zeit später rief Flo: "Ich hab was großes dran!" Ich eilte zu ihm und nahm die Rute um zu fühlen was dran ist. "Ne das hängt nur fest!" Genau ihn dem Moment setzte sich das Ding in Bewegung. Ich hatte Mühe die überspannte Rute in der Hand zu halten. Recht schnell wurde mir klar, dass es ein Rochen sein muss. Ein Local hatte mir mal in Australien erzählt, dass die Rochen den Köder schlucken und dann einfach nichts tun bzw sich nicht bewegen. Ich legte die Angel über die Reling auf das Gitter und setzte mich auf das andere Ende. So konnte ich die Schnur Stück für Stück einholen. Nach knappen 15 Minute Kampf sahen wir ihn zum ersten Mal.

Es war tatsächlich ein Stingray. Ufff was nun? Sein Stachel ragte bereits bedrohlich aus dem Wasser. Es ist ja bekannt, dass Crocidil-Dundee genau von so einem Ding getötet wurde. Niemand von uns wusste wie man mit so einem Rochen umgeht und von daher schnitt Flo die Schnur so nah wie möglich am Maul ab. Nicht die waidgerechte Art aber bevor einer von uns einen Rochenstachel im Körper stecken hat... Was für ein Erlebnis! Gestern Hai, heute Rochen und morgen einen der berüchtigten Sharkwales aus Mya-Monky?

Am nächsten Tag nahmen wir Abschied von Simone und Thomas. Die beiden waren nun schon eine ganze Woche auf dem Boot und wollten dann auch mal weiter ziehen. Das Boot war unser! Mit dem Abgang der letzten Vegetaria war die Hacksaison eröffnet. Von nun an sollte es jeden Tag Fleisch zum Essen geben! Tagsüber Cuba Libre, Mittags ein bisschen Strom und Internet in der Library schnorren, Abends gemütlich kochen, eventuell eine Lektüre durchblättern und dann bei ruhigem Wellengang einen Film gucken. Wir hatten ja jetzt reichlich Platz zu zweit. Wenn man länger reist und nie wirklich lange an einem Ort bleibt ist es leicht in einem gemütlichen Hostel zu versacken. In einem so gemütlichen Boot wie der "For Vince" ist es unmöglich nicht zu versacken! Auch wenn wir nur aufs härteste abgammelten und nichts unternahmen war es einfach eine super Zeit. Entspannung pur!

Wir waren sogar schon derartig im Bootfeeling, sodass wir bei unseren kurzen Landgängen die Seekrankheit verspürten. Wir saßen in der Library, uns war beiden leicht schwindelig und wir hatten das Gefühl als würde es um uns herum leicht schwanken. Richtige Matrosen eben!
Nach den wohl sechs entspanntesten Tagen meiner bisherigen Reise wollten wir dann doch das häusliche Boot hinter uns lassen und mal wieder was von Neuseeland erkunden. Schweren Herzens brachten wir das Boot wieder auf Vordermann, packten unsere Sachen und fuhren zu unserem ranzigem Schlodder.
Eine letzte Fahrt zum Boot

Wir machten uns auf den Weg zum Fairwell Spit. Hier trafen wir unsere drei polnischen Freunde wieder. Begeistert waren sie nicht wirklich vom Farewell Spit aber sie empfohlen uns einen Strand in der Nähe an dem man sogar Robbenbabys sehen kann. Robbebnbabys? Die bekommt man doch sonst nur im Soßter Zoo zu Gesicht! Nach einer kleinen und eher unspektakulären Wanderung durch die Sanddünen machten wir uns zu besagtem Strand auf. Ein zwanfigminütiger Weg führte Berg auf Berg ab zum Strand.


Und in der Tat in den kleinen natürlichen Pools, die das Meer hinterließ, tolten die kleinen Robbenbabys herum.

Hätte ich am liebsten mit genommen

Es war sehr faszinierend wie man sie beobachten konnte. Sie waren anscheinend schon an die Anwesenheit der Menschen gewöhnt. Flo und ich wagten uns anschließend noch in eine stockdunkle Höhle hinein. Nach ungefähr 10 Metern höhrten wir ein lautes Grunzen/Raunen/Schmatzen aus dem dunkelsten Teil der Höhle. Es flatschte noch zweimal auf dem Boden und wir liefen lachend und leicht verängstigt aus der Höhle. Drum schnicken wer ganz durchläuft? Diese Idee war dann wohl doch zu Selbstmord gefährdent. Natülich versuchten wir es nochmal. Erneut kam uns jene unheilvolle Geräuschkulisse entgegen und wir beließen es dabei. Man muss es ja auch nicht immer übertreiben!



Höhle des Grauens



Es war schon recht spät nach diesem Ausflug und wir entschieden uns wenigstens noch den Abel Tasman Nationalpark zu besuchen. Es war nur eine gute halbe Stunde fahrt von dem Boot aus. Dort angekommen fanden wir einen überteuerten Campingplatz und einen traumhaften Strand vor. 30$ Dollar für ein kleines Stück Wiese? Aber nun waren wir ja schonmal dort da kann man sich doch nochmal in die Wellen stürzen. Nach einer kurzen Abkühlung bei denen Flo die Autoschlüssel spontan badete wollten wir wieder zurück zum Boot. Der Campingplatz war teuer, nicht mal schön und es wimmelte hier von Sandflies. Das lustige daran war, dass ich am Abend zuvor schon auf dem Boot gesagt hatte: "Pass auf! Ich sag dir morgen landen wir wieder hier!" Recht froh über die Vorstellung eine weitere Nacht auf dem Boot verbringen zu können machten wir uns auf den Weg zum Schlodder.  Aber wie es immer so ist in solchen Situationen ... Er wollte doch partu nicht anspringen. Normalerweise geht immer die Alarmanlage an wenn man ihn startet - diese muss man schnell ausschalten und dann läuft er normalerweise einwandfrei. Heute aber nicht. Die Alarmanlage jaulte über den ganzen Campingplatz und wir standen ratlos daneben. Währenddessen wir verzweifelten wurden wir  von Sandflies heimgesucht. Ich hab noch gar nicht erwähnt, dass auf dem Boot keine einzige Sandfly zu finden ist! Ein Traum! Ein Mann im Auto lachte amüsirt über unser Auto und gab uns dann den Tipp die Batterie im Schlüsselbund zu erhitzen. Es musste ja schließlich daran liegen. Ich hielt mein Feuerzeug unter die Batterie bis sie leicht warm wurde. Nur nicht zu stark erhitzen! Flo hatte ein paar Tage zuvor beim vergeblichen Versuch den Motor des Boots mit unseren Autobatterien zu starten ein paar Tropfen Batteriesäure abbekommen. Diese hinterließen zum Glück nur Löcher in seiner Kleidung. Und wie ein Wunder nach ein paar Versuchen klappte es dann doch noch! Wir waren enorm erleichtert und machten uns sofort auf zur Marina.

Auf dem Boot angekommen bot sich uns ein umwerfender Sonnenuntergang! Ich lasse die Bilder für sich sprechen:
Nicht das Beste - Spiegelt jedoch die Atmosphäre wunderbar wieder!


Am nächsten Tag war es dann aber soweit! Der endgültige Abschied vom Boot stand fest denn wir hatten bereits ein Hostel in Picton gebucht und eine Fähre auf die Nordinsel an dem Tag drauf. Wir kauften noch einen Hacky Sack für Toms Geburtstag, eine neue Batterie für Schlodders Schlüssel und machten uns auf den Weg nach Motueka. Nach einer kurzen Runde Hacky Sack mit Tom machten wir uns auf den Weg nach Picton und ließen das entspannte Takaka ein für alle mal hinter uns.

Mast und Schotbruch!

Vincent
Tschüss!


Dienstag, 11. März 2014

Auf Wanderschaft!



Moin moin,
Wir machten uns also mit Schlodder auf den Weg nach Te Anau. Von dort aus startet der Kepler Track. Es war ein gutes Gefühl wieder ein Auto zu haben. Man kann stoppen wann und wo man will. Das ist doch einfach viel besser als Busfahren! In Te Anau angekommen buchten wir eine Nacht auf einem Camping Platz. Noch einmal duschen und richtig kochen bevor es auf unsere drei Tages Wanderung geht. Am nächsten morgen ließen wir uns Zeit. Um 9 ging der Wecker - gepackt hatten wir noch nix. Warum auch? Haben doch Zeit. Gegen 12 verließen wir den Campingplatz und machten uns auf den Weg. Wir holten uns die Tickets für die Hütten ab, ich kaufte mir noch eine Kappe und Flo buchte spontan eine Tour zum Milford Sound. Die war so billig da konnte er einfach nicht wieder stehen. Das alles ging ziemlich auf die Zeit und um drei standen wir auf dem Parkplatz des Kepler Tracks. Es kann also losgehen!

Flodo und SamVince Gamgee

Gute 7 Stunden sollte unser Aufstieg zur ersten Hütte also dauern. Ob wir das noch vor Einbruch der Dunkelheit schaffen? Vor der Brücke warnte uns ein deutscher Wanderer, dass eine Wetterfront im Anmarsch sei. Hm... Wird schon gut gehen! Schon nach der ersten halben Stunde bereute ich meine Rucksackwahl. Anstatt mein angenehmes Backpack mit zu nehmen entschied ich mich für meinen halb kaputten Rucksack. Nach einer weiteren Stunde musste Flo auch noch seine Wanderschuhe aus ziehen und in Flip Flops weiter laufen. In einer Hand den Schlafsack und in der anderen die Wanderschuhe.

Der Weg an sich war recht schön und führte mit einer leichten Steigung durch Wälder, kleinere Flüsse und Täler. Nach gut 3 Stunden erreichte uns dann doch noch die Wetterfront. Es began leicht zu regnen. Regenjacken an und weiter. Mit der Zeit nahm der Regen immer mehr zu. Wir hatten beide keine Ahnung ob unsere Rucksäcke regendicht sind oder wie weit es überhaupt noch zur Hütte ist. Kann man da seine Sachen trocknen? Ist da eine Heizung/Feuer? Es regnete nun in Strömen! Wir liefen weiter mutig voran. Es war sowieso zu spät jetzt noch umzudrehen. Nach einer weiteren Stunde waren wir komplett durchnässt! Warum sind wir nicht wie alle anderen früher los gegangen? Wir kämpften uns nur noch voran und achteten gar nicht mehr auf die Natur. Hauptsache wir kommen noch zur Hütte. Als wir dann durch ein Tal wanderten konnte uns der Wald auch nicht mehr vor dem heftigen Regenfall und vor allem vor dem Wind schützen... Klitschnass und durchgefroren stapften wir weiter. Flos Schlafsack in meiner Rechten hatte sich schon ordentlich mit Wasser vollgesaugt und wog mindestens schon das dreifache. Was ein Mist! Auf so ein Wetter waren wir überhaupt nicht vorbereitet. Wir quälten uns weiter und mussten uns mit Geschichten über Döner und Schlodderdiebe zumindest warme Gedanken machen. In der Abenddämmerung hatten wir es dann doch schließlich noch zur Hütte geschafft. Wir mussten leider feststellen, dass es hier weder Feuer noch eine Heizung gab. Der Ranger war zumindest so freundlich uns ein Gitter auf zu hängen. Meine Klamotten waren allesamt durchnässt, sodass ich mir Anziehsachen von anderen Wanderern leihen musste. Immerhin war mein Schlafsack trocken geblieben und nach einem ausführlichen Dosenabendessen konnte ich mich endlich schlafen legen. Ich konnte kaum schlafen, da mir immer noch kalt war und mein Schlafsack mit "15 Grad" einfach nicht für die Temperaturen auf einem Berg geeignet ist. Am nächsten Morgen traf ich Flo auf dem Weg zur Toilette. Er kam mir mit seinem Hab und Gut entgegen und berichtete mir von seiner wohl kältesten Nacht seines Lebens. Sein Schlafsack samt Decke waren immer noch nass als er sich schlafen gelegt hatte. Mir war schon kalt in dem Raum in meinem trockenen Schlafsack wie kalt war ihm dann wohl erst? Zum Glück hatte der Ranger Flo in der Küche angetroffen, ein Feuer gemacht und ihm trockene Anziehsachen gegeben. Da viele der Sachen immer noch nicht komplett trocken waren und Flo nach dieser Nacht nicht in der Lage war weiter zu wandern hatten wir uns entschieden eine weitere Nacht auf der Hütte zu verbringen. Unser Plan den Kepler Track abzuschließen viel damit im wahrsten Sinne des Wortes in Wasser. Da wir noch eine Nacht auf der Hütte bleiben durften halfen wir dem Ranger als kleines Dankeschön und schubkarrten Holz durch die Gegend - die einzige Arbeit die ich wohl in Neuseeland machen werde! Bin doch im Urlaub!


Gegen Abend verbrauchten wir unser letztes Essen und durften uns sogar an der "Vergessen-Box" bedienen. Ein Privileg was auch nur hilfbedürftigen Backpackern zu teil kommt. Was man noch anmerken sollte war wiedermal der auserordentlich hohe Anteil an Deutschen auf dieser Hütte. Die Deutschen reisen und wandern gerne. Kurz gesagt so ziemlich jeder war deutsch und wenn man sich einen Kochtopf ausleihen will kann man eigentlich schon direkt in Deutsch fragen. Wir lernten noch ein deutsches Mädl kennen namens Cathi welches uns auf die Idee brachte am nächsten Tag den Rest des Tracks auf einmal zu laufen. Ich hatte große Lust darauf, da das schönste Stück der Wanderung noch vor uns lag! Natürlich nur wenn das Wetter sich von seiner guten Seite zeigt.
So kam es aber natürlich nicht! Schneesturm auf dem Berg und unten Nebel und Regen. Ihhh! Wer bracht das denn? Nass den Berg hoch und dann in Schnee wandern? Es gibt einfachere Wege sich um zu bringen! Wir entschieden uns geschlagen den Rückweg durchs Tal anzutreten. Den selben Weg nochmal runter zu gehen war nicht wirklich prickelnt aber irgendwie muss man ja wieder runter kommen. Ein klares Highlight war als Flo seine Wanderstiefel einfach an irgendeinen Baum hing und wir später ein bisschen auf einem abgesperrten Weg langliefen. Hier war man endlich mal ein bisschen gefordert und musste sich seinen eigenen Weg bahnen. Bis auf ein paar Kothaufen von kleinen und auch großen Tieren gabs hier allerdings ebenfalls nicht viel zu sehen.

Ohne Regen doch ganz schön!


Gegen Mittag kamen wir am Parkplatz an und waren heil froh, dass Schlodder nicht geklaut war. Anderseits wer will das Ding auch klauen? Die Wanderung war leider ein reiner Flopp, da wir den schönsten Teil verpasst hatten. Über den eingeschneiten Bergpass zu wandern wäre sicherlich schön gewesen aber dafür reichte das Equipment einfach nicht aus. Das nächste Mal werden wir uns bestimmt besser vorbereiten.
Geschafft!

Unsere Bootstour am nächsten morgen sollte schon um 9 Uhr starten. Von daher machten wir uns nach der Wanderung direkt auf den Weg zu einer Campsite nahe des Milford Sounds.

Der Milford Sound ist so ziemlich die Touristen Attraktion Nummer 1. Jeder der Neuseeland bereist nimt dieser Tour mit. Der Wanderweg dorthin ist sogar immer 5 Monate im Voraus ausgebucht. Hier zu zeige ich einfach mal ein paar Bilder:
Regen und Sonnenschein im dauernden Wechsel






Es ging nun wieder zurück nach Queenstown wo wir uns für eine Nacht auf einen Campingplatz stellten. Dieser war überraschender Weise komplett überflutet von Deutschen. Ich hatte an diesem Tag an die 8 verschieden Reisegruppen/Pärchen getroffen und allesamt kamen aus Deutschland. Wenn man den Statistiken vertrauen schenken darf sind momentan 90 Prozent der Immigranten in Neuseeland Deutsche. Ich bin zwar selber einer aber mittlerweile geht mir das echt auf die Nerven, dass man überall Deutsch hört. Ich hätte nicht erwartet, dass es hier noch schlimmer ist als in Australien.
Unseren eigentlichen Plan nochmal ein bisschen Zeit in Queenstown zu verbringen änderten wir relativ schnell, da Florian einen Freund in Takata (Norden der Südinsel) hat. Dieser besitzt ein Boot und bo(o)t uns an bei im eine Weile unter zu kommen. Die Idee gefiel uns beiden sehr und ohne Umschweife machten wir uns auf den Weg.
Neuseeland ist landschaftlich einfach umwerfend und topt auch alles was ich bisher in Australien gesehen habe. Es macht wieder richtig Spaß den ganzen Tag Auto zu fahren und diesen schönen Flecken Erde zu erkunden. Neben den ganzen Deutschen wird Neuseeland noch von einer anderen Plage heimgesucht nämlich von den Sandflies. Diese sind so groß wie Fruchtfliegen aber 10000 mal schlimmer! Sie sind auf der Südinsel überall verbreitet und kommen vor allem in Wassernähe zu Haufen vor. Das schlimme an ihnen ist, dass sie zu keiner Tageszeit inakiv sind. Man hat sie also von Morgens bis Abends um sich. Ihre Bisse kann an mit Mückenstichen vergleichen nur, dass mehr jucken. Wir haben nun schon einige Nächte an Seen verbracht und die Sandflies sind echt das einzige was die Atmosphäre trübt. Ich geh sogar so weit sie schon als nervigstes Lebewesen der Welt zu betiteln!
 Eines Abends haben wir auf einer Campsite drei Polen getroffen und uns länger mit ihnen unterhalten. Sie haben uns erzählt, dass es in Polen nur 100 Visa pro Jahr gibt. In einer Woche der Jahres werden diese dann vergeben uns wer online am schnellsten zuschlägt gehört zu den Glücklichen Hundert. Ich kann es absolut nicht verstehen warum manche Länder nur eine limitierte Anzahl an Visa haben aber die Deutschen/Franzosen nicht. An den Vorschriften sollte man echt mal was ändern! Ein gesunder Mix aller Nationen wäre doch fein.

Auf dem Weg gen Norden stellte sich unser Beschützer-Instinkt unter Beweis als wir auf der Straße einen kleinen Igel vor dem Tod retteten. Er lag zusammen gekauert mitten auf der Straße, wir nahmen ihn mit und setzten ihn nahe eines Waldes wieder aus. Ihn im Auto groß zu ziehen wäre wohl zu umständlich gewesen auch wenn ich mir das Lange überlegte.

Wir fuhren schließlich weiter und hatten kurze Zeit später eine echt denkwürdige Begegnung mit einer Kanadierin. Diese fuhr mit ihrem Auto vor uns und war die schlechteste Autofahrerin die ich je gesehen habe. Wenn man sich erst an den Linksverkehr gewöhnt in einem neuen Land ist es ja normal das man Fehler macht. Aber das was sie geleistet hat war ein paar Nummern größer. Zweimal überholte sie ein Auto genau vor einer Kurve. In einem Moment in dem sie keineswegs sehen konnte was auf der anderen Spur kommt! Wir haben nur laut gestöhnt und uns an den Kopf gefasst wie man nur so gefährlich fahren kann. Wir überlegten uns sogar das Auto irgendwie an zu halten um ihr mal klar zu machen was sie da eigentlich tut! Als wir uns gerade ein Bier gönnten und auf "Alkohol hinter dem Steuer" anstießen bremste das Auto vor uns ab. Wir bremsten ebenfalls und warteten. Komplett ohne Vorwarnung oder jeglichen Grund fuhr sie einfach rückwärts in uns rein. Rummms! Wir ließen schleunigst das Bier verschwinden und begutachteten den Schaden. "Are you drunk?!" fragte Flo. Unser Auto ist  nicht das hübscheste aber sowas muss einfach nicht sein! Sie sah ihre Schuld direkt ein und wir vereinbarten eine Entschädigungssumme von 100$. Sie kann echt glücklich sein, dass sie nicht in irgend ein teures Auto reingerasselt ist. Mit 100$ und einem Anschiss ist sie doch recht gut weg gekommen.
Als nächste Sehenswürdigkeit standen die berühmten Gletscher Neuseelands an. Am Fox Gletscher fuhren wir noch vorbei aber den Franz-Joseph wollten wir uns doch mal aus nächstes Nähe angucken. In vielen Reisebüros oder in Katalogen hatte ich bisher ein paar Bilder von den mächtigen Gletschermassen gesehen. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus! Durch die stetige Erwärmung ist der Gletscher unglaublich geschrumpft. Man sieht noch einen Teil des Gletschers aber es war bei weitem nicht so beeindruckend wie erhofft. Der große "WOW" Moment fiel aus. Es war mehr beeindruckend wie viel weg geschmolzen ist als der Gletscher an sich.

Erschreckendes Vorher - Nachher Bild

Wir haben nun schon ein gutes Stück der Südinsel gesehen und es fast bis nach Takata geschafft. Ich freue mich sehr auf das Boot und was sonst noch auf uns wartet!

Bis zum nächsten Mal

Euer Vincent

Dienstag, 4. März 2014

Queenstown

Da bin ich wieder und werde nun von meinen weiteren Erlebnissen berichten. Der letzte Eintrag war relativ öde, da Christchurch einer Geisterstadt gleicht. Die nächste Woche sollte jedoch deutlich Ereignisreicher werden.
Mein Bus fuhr um 9 Uhr morgens in Christchurch ab und sollte um 6 Uhr abends in Queenstown ankommen. Ich konnte es kaum abwarten endlich Christchurch hinter mir zu lassen. 1 oder 2 Tage reichen auf jeden Fall um sich die Stadt näher an zu gucken. Eine Woche war schlicht weg zu viel! Ich war schon recht verwundert, dass die Busfahrt 9 Stunden dauern sollte da die Distanz zwischen den Städten nur 483 Kilometer beträgt. Wir machten jedoch bei jedem Kaff einen Halt und be- und entluden Passagiere. Am Lake Tekapo gab es dann nochmal eine längere Pause und anschließend machte der Wind derartig Probleme, sodass wir uns vermutlich noch verspäten würden. Die Fahrt war zwar lange und die ganzen Stopps echt nervig aber die Landschaft war echt schön! Endlich mal wieder Berge, Täler und Seen. Ein echter Kontrast zum doch recht flachen Australien.

Lake Tekapo


Schlafen, aus dem Fenster gucken, schlafen, essen. Pünktlich um 6 rollten wir in Queenstown ein.
Ich checkte ins Hostel ein und wenige Minuten später trudelte Flo ein. Seine Reise als Anhalter verlief nahe zu Reibungslos da hier in Neuseeland die Leute einfach hilfsbereiter sind bzw hitch-hiking legal ist. Er fuhr insgesamt in 8 verschiedenen Autos mit. Es kostet nix, keine nervigen Stopps und man lernt ein paar Leute kennen. Hich-hiken sollte ich wohl auch mal ausprobieren! Die nächsten zwei Tage ließen wir recht ruhig angehen. Ich wollte unbedingt in Queenstown einen Bunjee-Jump oder einen Ski-Dive machen. Die Entscheidung viel mir nicht leicht, da beides seine unterschiedlichen Reize hat. Im Endeffekt entschied ich mich für den Sky-Dive und Flo sich für den Bunjee. Nachdem unsere Touren gebucht waren ließen wir den Abend in einer Kneipe ausklingen und feierten in Flos 26 Geburtstag hinein. Happy Birthday Flodo! 
Am morgen ging es dann mit der Gondel hoch auf einen Berg wo es eine Lodge-Bahn gibt.

Man fährt in großen Bobbycars den Hang hinunter und muss nur aufpassen niemanden dabei umzubringen. Von dort oben hatte man eine super Aussicht über ganz Queenstown. Gefällts mirs!


Nach ner ordentlichen Portion Eis für nur 5 Dollar ging es wieder runter und wir machten uns auf den Weg zum Frisbee Golf. Misha aus Christchurch hatte uns diese Aktivität empfohlen und wir wurden auch nicht enttäuscht. Im Park kann man umsonst diesen Sport betreiben für den man nur eine Frisbee benötigt. Man startet auf einer vorgeschriebenen Fläche und muss versuchen die Frisbee mit möglichst wenigen Würfen in den nächsten Korb zu werfen. Die Entfernung zwischen Startpunkt und Korb betrugen meist um die 80-170 Meter. Wir einigten uns auf ein paar Regeln und darauf, dass der verlierer ein Sixpack ausgeben muss. Der Ehrgeiz war schnell in uns geweckt! Es ging immerhin um Bier! Wir arbeiteten uns von Korb zu Korb vor und hatten dabei jede Menge Spaß! Eine echt klasse Beschäftigung bei schönem Wetter!

Wo die Frisbee landet muss beim nächsten Wurf der Fuß sein!

Am Ende stand Flodo, mit nur knappen 5 Punkten Vorsprung, als Gewinner fest. Ich kann ihn ja nicht an seinem Geburtstag besiegen *hust*! Mit dem fälligen Bier chillten wir uns an ein gemütliches Plätzchen in der Stadt und nahmen das letzte bisschen Sonne des Tages mit.

Geburtstagskind

Nach diesem ereignisreichen Tag waren wir recht hungrig und wir wollten uns ein würdiges Essen gönnen. In Queenstown gibt es eins der besten Burgerlokale der Welt -Fergburger-. Es konnte nur einen geben und zwar der Big-Al! Bacon, Ei, Käse, Rotkohl, Salat, Fleisch und das alles mal zwei! Ein echt mächtiges Teil! Nach einer Stunde Wartezeit fielen wir hunrig über ihn her. Der absolute Hammer! Man kann nicht in Worte fassen wie gut er war ... Ich kann nur sagen es war der beste Burger meines Lebens!
Big-Al (stolze 17,50 Dollar pro Burger)

Anschließend ging es schon früh ins Bett da am nächsten Tag mein Ski-Dive stattfinden sollte. Morgens klärten wir noch schnell ab wer was bekommen sollte falls der andere stirbt und dann ging es um 1 Uhr mittags auch endlich los. Die Fahrt zu meinem Abflugort war mal wieder umwerfend. Tiefblauer Himmel, strahlender Sonnenschein und ein gut gelaunter Vincent sind doch die besten Voraussetzungen für einen Ski-Dive.

Merkwürdiger Weise war ich noch kein Stück nervös. Nachdem mir erklärt wurde wie ich mich verhalten soll wurde mir auch schon mein Sprungbegleiter vorgestellt. Dieser wirkte ein wenig neben der Rolle und sah so aus als hätte er noch ordentlich einen durch gezogen. Puhh hoffentlich vergisst der nicht mich an sich zu schnallen. Wir zwengten uns in das Flugzeug und machten uns startbereit. Man sitzt auf dem Boden und die Schiebetür war direkt neben mir. Da soll es also rausgehen. Ich war immer noch extrem ruhig. Es ging immer höher und höher. Die Aussicht war wiedermal der wahnsinn! Bei einer Höhe von 1500 Fuß (4572 Meter) war es dann soweit. Das Flugzeug wurde langsamer. Machte fast keine Geräusche mehr. Mein Sprungbegleiter zog die Tür auf. Er gab signalisierte mir meine Füße aus der Schiebetür zu hängen. Ich rutschte schnell rum und mein Körper hing auf einmal schon in der Luft. Das einzige was mich noch im Flugzeug hielt war mein an mir fest geschnallter Sprungbegleiter. Ich blickte in die Tiefe. Fuck! Das ist echt verdammt hoch. Jetzt war ich nervös! Mein Herz pochte irgendwo in der Gegend meines Adamsapfels und ich zitterte leicht. Jeden Moment geht es los! Mit einem Ruck wurde ich aus dem Flugzeug katapultiert. Die kalte Luft und der Zug nach unten machten es enorm schwer zu atmen. Wir überschlugen uns mehrmals und rauschten mit 150 kmh gen Erde. Man muss einfach schreien, brüllen, jauchzen! Alles auf einmal. Ich hatte noch nie in meinem Leben so ein Gefühl. Man fällt und fällt. Es hört einfach nicht auf. Kennt ihr dieses leichte Fallgefühl beim Fliegen? Das mal 1000! Nach einer Minute Freienfall spannte sich der Gleitschirm auf. Es schien als schwebte ich für einen kurzen Moment in der Luft. In dem Moment war ich einfach nur überweltigt. Die Kälte, mein Sprungbegleiter nahm ich nicht mehr war. Ich schaute rund um mich herum genoß die Aussicht und das Gefühl zu "fliegen". Mit zwei Leinen kontollierte der Sprungbegleiter unsere Geschwindigkeit und wir sausten weiter runter. Einfach der Hammer! Nach 7 weiteren Minuten, die mir wie 2 vorkamen setzten wir zum Landeanflug an. Beine hoch und dann hatte ich auch schon wieder Boden unter den Füßen. Nach einem ordentlichen High-Five mit meinem Sprungtyp lief ich schnell von der Landebahn. Zog meinen Anzug auf und trank erstmal Unmengen an Wasser. Ich war so ausgetrocknet. Muss wohl die trockene Luft gewesen sein. Leider gibt es keine Bilder von meinem Sprung da ich zu geizig war nochmal 180 Dollar drauf zu zahlen. Aber die Erinnerung an dieses einzigartige Erlebnis ist doch das was eigentlich zählt oder nicht?


Der Shuttlebus setzte mich wieder am Hostel ab wo ich Flo und unsere amerikanischen Roommates antraf. Wir tauschten eifrig unsere soeben gewonnen Erfahrungen aus und machten uns zu viert auf zu einer weiteren Runde Firsbee Golf. Wir glühten während dem Golfen vor und feierten, beflügelt von dem Adrenalin in unserem Körper, bis in den Morgen hinein.
Nach nur 4 Stunden schlaf und nem ordentlichen Kater checkten wir im Hostel aus. Wir verstauten unsere Rücksäcke dort und machten uns nochmal auf in das Stadtzentrum. In den letzten Tagen hatten wir immer wieder mit dem Gedanken gespielt ein Auto zu kaufen. In einem anderen Hostel hatten wir ein britisches Mädl kennen gelernt welches ihr Auto schnell los werden möchte. Nach einem ausgewogenen Mäcces Frühstück machten wir uns auf den Weg um Laura und ihren Travelmate zu treffen. Ihr Honda Integra war schon ziemlich abgeranzt. Überall sind Kratzer und die Karosserie schleift schon fast auf dem Boden. Egal das ding muss uns nur 4 Wochen durch Neuseeland bringen! Nach einer Insepktion und einer Probefahrt einigten wir uns auf 800 Dollar und das gute Ding war auch schon gekauft. Das Auto hat schon Charakter. Wenn man den Motor startet geht direkt die Alarmanlage los. Alles nur Gewöhnungssache. Nachdem wir den Wagen noch auf unsere Namen umgeschrieben hatten machten wir uns auf zum Einkauf. Am nächsten Tag sollte es ja schon auf den Kepler Track gehen. Dies ist einer von vielen hochangepriesenen Wanderwegen in Neuseeland. Als wir aus dem Supermarkt wieder rauskamen mussen wir direkt laut los lachen. Das Auto! Es sieht einfach so scheiße aus! Leute drehen sich sogar schon nach unserem Auto um und lächeln bemitleidenswert. Daher viel uns die Namengebung auch relativ leicht. Vor ein paar Tagen hatten Flo und ich eine Unterhaltung darüber, dass das Wort "Schlotter" sich echt ekelhaft anhört. Generell alles was auf otter endet ist irgendwie ekelig. Unsere Namenswahl fiel also auf Schlodder! 
Darf ich vorstellen: Schlodder

Ich komme nun zum Ende und werde im nächsten Post von unserer Wanderung erzählen. Machts gut und bis Bald!

Mittwoch, 26. Februar 2014

Neuseeland!

Heyho ,

ich habe es sicher nach Neuseeland geschafft und mich bereits an die doch deutlich kälteren Bedingungen, denen die Kiwis ausgesetzt sind, gewöhnt. Es erinnert mich ein wenig an einen kühl/kalten Herbst in Deutschland. Um 4 Uhr am Morgen kam ich in Christchurch an. Ich hatte im Vorfeld kein Hostel gebucht oder mich generell über die Stadt informiert. Natürlich war mir bereits bekannt , dass die zweit größte Stadt Neuseelands vor gut 3 Jahren einem Erdbeben zum Opfer fiel. Doch das war wirklich alles was ich wusste! Ein Freund von mir gab mir den Tipp nicht nach Christchurch zu gehen aber ich wollte mir mein eigenes Bild machen.


Bei meiner Ankunft waren es um die 11 Grad und leicht regnerisch. Diese Temperaturen hatte ich seit ungefähr 8 Monaten schon nicht mehr verspürt. Echt merkwürdig! Ich war tot müde und wollte einfach nur noch in ein Hostel und schlafen. Nach einer langatmigen Internetsuche stellte sich her aus, dass sämtliche Hostels in Christchurch restlos ausgebucht sind. Auf dieses Szenario war ich nicht vorbereitet. Normalerweise findet man immer irgendwas. Nicht mal die Campingplätze hatten eine Campsite zur Verfügung… Ich meldete mich sofort bei der Couchsurfing Seite an und schickte sämtlichen Leuten in Christchurch Anfragen. Aber wer guckt schon um 4 Uhr morgens auf sein Profil? Ein netter Neuseeländer sprach mich schließlich an und gab mir den Tipp zur Touristinformation zu gehen. Diese öffnet erst um halb 8 aber die Mitarbeiter wären bestimmt in der Lage mir weiter zu helfen. Nach einem kleinen Nickerchen auf der Flughafenbank wankte ich zur Touri-Info. Anscheinend war ich nicht der einzige der unvorbereitet kam. Ein paar Leute warteten dort bereits. Ich kam ins Gespräch mit Martin, frisch aus Deutschland kommt. Der sehr engagierte Touristinformation Volunteer telefonierte mit jedem Hostel. Es war genau ein Doppelzimmer in ganz Christchurch zu haben. Wir sagten auf der Stelle zu und machten uns erleichtert auf den Weg zum Kiwi Backpacker Hostel. Die Fahrt im Shuttlebus durch die vollkommen zerstörte Stadt war äußerst interessant. Das hatte ich nicht erwartet. Unzählig eingestürzte Häuser ,gesperrte Straßen und keine Menschenseele. Ich hatte vermutet , dass noch einiges vom Erdbeben zu sehen ist aber im Großen und Ganzen die Stadt wieder steht. Der Busfahrer erklärte uns verbittert , dass es immer noch messbare Erdaktivitäten gibt und das deswegen noch keine Gebäude neu aufgebaut werden. Jedes abgesperrte Haus wird zudem noch dem Erdboden gleich gemacht. Vom Gefühl her war jedes 2te Haus umzäunt.
Bei unser Ankunft wurden wir von einer übermotivierten Japanerin  empfangen welche uns mit teilte, dass wir erst um 12 in unsere Zimmer einchecken können. Na toll! Ich will doch einfach nur schlafen! Martin und ich machten uns also auf den Weg in die Stadt.


Nach einer kleinen Besichtigungstour konnten wir endlich in unser Zimmer einchecken und schlafen! Es geht doch nichts über ne ordentliche Portion Schlaf!

Das Hostel wurde erst vor 3 Wochen fertig gestellt und war daher extrem sauber. Ich war noch nie in solch einem neuen Hostel. 70 Prozent der Gäste waren Japaner welche meist zu schüchtern waren um mit dir zu reden. Es fehlte die Hostel Atmosphäre. Zudem ist Christchurch für die meisten Backpacker nur ein kurzer Zwischenstopp. Niemand bleibt hier sonderlich lange. Es bleibt also kaum Zeit die Leute kennen zu lernen. Zudem sagen alle das Gleiche. Christchurch ist langweilig. Nichts geht hier! In der Tat passierte in den folgenden Tagen recht wenig. Martin und ich besichtigten die Stadt und ein paar Vororte. Überall machte die Stadt den Selben Eindruck. Trist, Menschen leer und ereignislos.


Was soll auch schon großartig passieren wenn alles zerstört ist und die Leute natürlich immer noch unter den Folgen leiden?

Für jeden Toten einen Stuhl


Nach 3 Tagen kam dann auch Flo in Christchurch an. Am selben Tag verließ Martin die Stadt. Wir hatten bei unserem ersten Treffen vereinbart, dass wir kein Deutsch miteinander reden. Es hat tatsächlich geklappt und unsere Verabschiedung ,die dann doch auf Deutsch stattfand, fühlte sich irgendwie merkwürdig an. Es sind echt extrem viele Deutsche in Neuseeland und Australien. Überall hört man Deutsch! Die Deutschen sind einfach zu reisefreudig! In Australien sind sogar momentan an die drei Millionen Deutsche unterwegs… Ich hoffe in Neuseeland sind es weniger. Man reist ja nicht ans andere Ende der Welt um sein Deutsch zu verbessern.
 Die nächsten Tage machten Flo und ich die Stadt auf seinem Longboard unsicher und ich zeigte ihm die Sehenswürdigkeiten von Christchurch.
Container Town

Wer findet Flo?

Die meiste Zeit gammelten wir jedoch im Hostel ab. Wirklich viel zu tun gibt es einfach nicht in Christchurch. Schon in Melbourne hatten wir uns entschieden, dass es von Christchurch aus nach Queenstown gehen soll. Jeder Backpacker sagte mir, dass Queenstown die beste Stadt Neuseelands ist. „Its the place to be!“. Vor allem Aktivitäten wie Bunjee-Jumping und Skydiving machen diese Stadt enorm attraktiv. Ich buchte mir einen Bus und Florian entschied sich nach Queenstown zu „hitch hiken“. 

Am dritten Jahrestag des Erdbebens verließ ich Christchurch um in das hochangepriesene Queenstown zu reisen. Was ich dort alles erlebt habe und wie meine Reise weiter geht werde ich euch im nächsten Beitrag berichten.

Bis dann! Haltet die Ohren steif J